Ausstellung: „Alcide De Gasperi. Ein Leben in Bildern“
Die Ausstellung
„Alcide De Gasperi. Ein Leben in Bildern“ zeichnet anhand von Fotografien das Leben eines der Gründerväter der europäischen Integration nach und beleuchtet seinen Weg von Trentino bis hin zu seiner Rolle bei der Gestaltung der italienischen Demokratie und dem Aufbau eines friedlichen und geeinten Europas.
Die Ausstellung ist vom 13. Oktober 2026 bis zum 15. Januar 2027 im Parlamentarium, dem Besucherzentrum des Europäischen Parlaments in Brüssel, zu sehen.
Alcide De Gasperi
Die Biografie von Alcide De Gasperi (1881–1954) ist eng mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts verwoben – eines Jahrhunderts voller großer Widersprüche, das durch idealistische Impulse und unmenschliche Tragödien die Welt geprägt hat, in der wir heute leben. Vielleicht ist dies der Grund, weshalb De Gasperis Geschichte heute wieder aus der Vergangenheit hervortritt, uns an die Kennzeichen seiner Größe erinnert und uns die Gelegenheit bietet, aktuelle Entwicklungen neu zu überdenken und uns zugleich mit den tiefgreifenden Grundlagen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens auseinanderzusetzen.
Als Sohn eines armen, aber stolzen Landes der Bergbauern, das sich zwischen Italien und Mitteleuropa erstreckt, wuchs De Gasperi in der Tradition des sozialen Katholizismus auf. Schon in jungen Jahren entschied er sich dafür, den Dienst an seiner Gemeinschaft zu seiner „Mission“ zu machen. Ab 1911 war er Abgeordneter im Wiener Parlament, wo er Trentino und die Minderheit der „Italiener Österreichs“ vertrat. Während des Ersten Weltkriegs musste er machtlos den Zerfall der österreichisch-ungarischen Monarchie miterleben. Nach dem Übergang Trentinos an Italien wurde er zu einem der führenden Vertreter der Italienischen Volkspartei. Mit dem Aufstieg Mussolinis führte er von den Reihen der parlamentarischen Opposition aus den antifaschistischen Widerstand an. Dafür bezahlte er mit einer Haftstrafe und fünfzehn Jahren gesellschaftlicher Ausgrenzung. Nachdem er das 60. Lebensjahr bereits überschritten hatte, kam sein historischer Moment unerwartet – mitten im Zweiten Weltkrieg.
Nachdem er im Untergrund die Christdemokratie gegründet hatte, wurde er im Dezember 1945 Ministerpräsident. Dieses Amt bekleidete er bis Juli 1953. Er nahm ein zerstörtes und gespaltenes Land an die Hand und führte es mit Zuversicht auf den anspruchsvollen Wegen des demokratischen und republikanischen Wiederaufbaus Italiens.
Ein Mann aus Trentino, ein Italiener, ein Europäer. Wie Schuman und Adenauer ging sein Leben über Grenzen hinaus und fand ganz selbstverständlich in „unserer Heimat Europa“ den Horizont seines gesamten Wirkens. Für De Gasperi war die europäische Einigung „eine flüchtige Gelegenheit“, die vielleicht nie wiederkehren würde. Daher galt es, sich anzustrengen, „sie zu ergreifen und in der Logik der Geschichte zu verankern“. Auch die ersten Schritte auf dem Weg zur europäischen Integration folgen den Spuren De Gasperis und entdecken in seiner Vision eines Europas der Völker einen Schutzwall für die Demokratie und ein Versprechen des Friedens.
Anlässlich des Gedenkens an einen der Gründerväter der europäischen Demokratie lädt die Ausstellung die Besucherinnen und Besucher dazu ein, De Gasperis Lebensweg nachzuvollziehen und in jene Bilder und Worte einzutauchen, die die Lebensgeschichte eines Mannes geprägt haben, der aus einfachen Verhältnissen stammte und durch den Mut und die Konsequenz seiner Entscheidungen tiefe Spuren in der Geschichte hinterließ.
Organisation der Ausstellung
Die Ausstellung wird vom Präsidium des Rates der Autonomen Provinz Trient in Zusammenarbeit mit der Fondazione Museo storico del Trentino und der Fondazione Trentina Alcide De Gasperi organisiert.
Kuratiert von Marco Odorizzi (FTADG) und Elena Tonezzer (FmsT), in Zusammenarbeit mit Monica Avancini (FTADG).
Ausstellungs- und Grafikgestaltung: Designfabrick_Rovereto
Organisation und Koordination: Chiara Bertolini, Stabschefin des Präsidiums des Provinzrates
Parlamentarium
Die Esplanade Solidarność 1980
Rue Wiertz / Wiertzstraat 60
B-1047 Brüssel
Belgien
Anreise
Der nächstgelegene Bahnhof ist der Bahnhof Brüssel-Luxemburg.